Neues für die MA-Küche..

Beim Adventskalender von Zeitenhandel/Daniel van den Woldenberg hab ich im Dezember gleich zweimal zugegriffen. Den Teller werde ich wohl zum Anrichten verwenden und die Holzdosen für Gewürze. Der Teller ist in der Zwischenzeit mit Leinöl eingelassen. Bei den Dosen bin ich mir noch nicht ganz sicher, aber vermutlich werde ich sie nur ganz leicht mit Olivenöl aussen einreiben. Der Teller schickt sich an, in der Liste meine Liebsten Küchenutensilien, einen Platz ganz weit vorne einzunehmen…

Schale/Teller – Kontanz, vermutlich Ende 13tes Jhd:

Rückseite:Und 2 Holzdosen:

Schöner Leben im Mittelalter.. ..2016

Schöner Leben im Mittelalter…

Es wird langsam zur Gewohnheit in Ulm im Zelt zu liegen und über das Hobby nachzudenken. Heute mein Lieblingsthema: Bildungsauftrag

Und dieses Thema treibt mich bekanntermassen oft um und ich geh davon aus, das ich dazu oft eine sehr eigene Meinung habe. Der Grund ist, das Bildungsarbeit ein wesentlicher Teil meines Berufes ist. Das Wesen meines Berufes hat immer auch die Art der Ausübung meines Hobbies beeinflusst.

“..wer ein Museum mit wissenschaftlich begleiteten Bildungsauftrag belebt, muss..”(Zitat aus Facebook). Ja was muss der eigentlich? Muss der was können? Reicht es etwa, wenn der/die Beleber/in einfach nur historisch korrekt belebt? Können “Hobbyisten” aus der Living History Szene einen Bildungsauftrag beleben? Aus pädagogischer Sichtweise fallen mir da sofort ein paar Sachen ein. Nur das das “historisch korrekt” da nur ein Punkt unter vielen anderen ist.

Und nun zur heutigen Leserbeschimpfung, wenn überhaupt jemand der A-Fetischisten das lesen sollte. Warum nehmen sich die, in ihren Augen, historisch Korrekten, das Recht herraus, über die Erfüllung von Bildungsaufträgen zu richten? Welche Befähigung, ganz zu schweigen von Ausbildung (und LehrerIn lasse ich hier nicht gelten), ausser Historisch Korrekt wird hier verhandelt? In fast keiner Disskusion mit Living History Leuten, an der ich selbst teilgenommen habe (oder von der ich etwas mitbekomme habe) ging es um die pädagogische Umsetzung jenseits des grossen A. Es stellt sich irgendwie zwangläufig die Frage, ob diese Konzentration aufs Historische nicht einen Zweck erfüllt?
Die Ablenkung vom pädagogischen Mangel.
Wer kennt es nicht, man besucht ein Museum, freut sich das gerade eine Belebung stattfindet. Die Beleber/innen haben sogar ein Tisch für Vorführungen, aber leider kriegt der Mensch dahinter seinen Mund nicht auf, oder genauso schlimm nicht mehr zu, da er/sie mir erzählen muss welchen großen Beitrag zur Wissenschaft  er/sie als Laie geleistet hat. Es bleibt dann viel zu oft das Gefühl historisch sauber gemacht, aber unter Erfüllung eines Bildungsauftrages stellt sich der pädagogische Fachmann/Fachfrau was anderes vor. Und deshalb bleib ich bei meiner Behauptung in Bezug auf Bildungsarbeit: “Historisch Korrekt ohne guter Pädagogik ist Hirnwichserei”. Das A darf nicht alleiniger Maßstab für eine erfolgreiche Erfüllung eines Bildungsauftrag mithilfe einer “historischen” Belebung sein.

Der Living History Koch an der LMU

Mit “Living History in der Bildungsarbeit” hab ich heute meinen Vortrag an der Ludwig-Maximlians-Universität betitelt. Sehr interessierte Studierende haben mir dabei den Vortrag zu einem Vergnügen gemacht. Und mit der Verknüpfung Pädagogik und Living History hatte ich die Möglichkeit genau mein Thema an die/den Frau/Mann zu bringen. Vielen Dank an Prof. Hinz für die Einladung.

Und zum krönenden Abschluss noch nen Burger mit Blauschimmelkäsesauce!

Hier – http://y-url.de/lmu – gibts die Gliederung des Vortrags als PDF.

Schöner Leben im Mittelalter (oder welcher Epoche auch immer)… …eine weitere Nestbeschmutzung?

“Mimimimi… …die linke Gutmenschenpresse schreibt wieder so böse über uns”… …das Geschimpfe der “Living History”-Leute über die Berichterstattung zur “Völkerschlacht von Leipzig” im Netz ist mal wieder unerträglich typisch.

Also kommt schon, jemand der jedes Jahr wieder den Napoleon gibt hat es nicht anders verdient, ich finde der kommt ja noch gut weg. Ich sag nur kleine Männer die “große”-kleine Männer spielen. Das ist eigentlich Realsatire.

Und was soll das Argument das die Presse schlecht recherchiert? Na Gott sei dank tut sie das, denn sonst müsste sie ja schreiben das solche Veranstaltungen nicht den Militarismus fördern, sondern das Ergebniss des selbigen sind. Denn sind wir doch mal erlich, die meisten Männer, oder sollte man besser Jungs sagen, in der Szene stehen doch voll auf Waffen. Ja Waffen sind geil, sich gegensetig auf die Mütze geben ist geil. Lange Schwerter und Musketen sind auch geil und meins ist übrigen länger und geiler als deins. Aber die Presse darf des nicht schreiben, denn dann versteht sie unser Hobby wieder nicht.

Es geht also wie immer um die fehlende Anerkennung. Genau wie bei der unleidigen A-Debatte, nur mit dem Unterschied, das die Presse ein Feind von ausserhalb des Hobbys ist und so alle vereint, egal ob A-Papst oder Gromi.

Das traurige dabei ist allerdings, das in den meisten Posting von Hobbyisten im Netz dabei deutlich wird das die Presse ja durchaus recht hat. Denn so viele unreflektierte, aus pädagogisch/psychologischer Sicht falsche Aussagen, zum Thema Militarismus in der Szene, bestätigen ja die Artikel. Die Frage die man sich dann stellt ist, wo bleiben die kritischen Stimmen in der Szene zu dem Thema. Gibt es davon einfach zu wenige und damit zuviel Angst als Nestbeschmutzer beschimpft zu werden?

Aber vieleicht irre ich mich ja auch und es geht nur um historische Genauigkeit und das das der Grund dafür ist, das es viel mehr Darsteller unter Waffen als mit Kochlöffel und Sichel gibt.