Living History

 

Der Koch und seine Familie

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Dargestellter Zeitraum:
Um 1300

Was wird Dargestellt:
Kochen & Schlafen

Authentizität:
Kleidung, geht so – industriegefärbt aber hangenäht
Kochgeschirr, passt – aber es ist natürlich nie genug!
Sonstiger Hausrat, passt auch – von diesem kleinen Tüddelkram kann man nicht genug haben.

Art der Darstellung:
Nur Third-Person und “Authentizität ist nur ein Teil von guter Pädagogik” – Die Diskussion führ ich zu gerne und ich hab die besseren Argumente(1).

Die Familie:
Astrid und Leah. Beide haben das Handarbeiten als Schwerpunkt, vor allem Spinnen, Nadelbinden, Sticken, Netzen, und vieles mehr, was sich meiner Welt entzieht.

Gruppen:
Am Anfang SCA – heute Communitas Monacensis.

Projekte:
Neben dem Kochen zur Versorgung der Communitas (oder anderer Gruppen zu denen wir/ich eingeladen werden), habe ich mich im Sommer 2016 mit Nini Grzesina zusammengetan, um die Rezepte des “buoch von guoter spîse” Stück für Stück nachzukochen. Die Ergebnisse veröffentlichen wir auf unserem Blog: http://www.blog-von-guter-speise.de/

Literaturliste (Kochen):
Mit den Kochbüchern von Peter Lutz hat meine Begeisterung fürs MA-Kochen angefangen, aber heute benutze ich sie kaum noch. Dann hab ich endeckt, dass ich das Buch von Rodon, Sabban & Serventi anscheinend vor ein paar Jahren aus dem Regal meiner Mutter entliehen hatte. Der Vorteil gegenüber den Büchern von Peter Lutz war, das alle Rezepte neben der “modernen” Interpretation auch im Orginal mit Übersetzung vorhanden waren. Bei allen folgenden Büchern sollte dies Standart werden. Gerade die eigene Auslegung der Rezepte ist wichtig. So kann man die Rezepte den eigenen Bedürfnissen der Darstellung in Bezug auf Wohlstand, Region und Jahreszeit anpassen (oder aber auch an den modernen Geschmack). Neben den Rezepten rund um den eigenen Darstellungszeitraum und Ort finden sich natürlich auch in der Zwischenzeit Bücher über andere Regionen oder anderen Zeiten in der Sammlung. Am liebsten arbeite ich mit dem Liber de Coquina (oder dem Libro de Arte Coquinaria) – italienische Küche halt.

1. Redon, Sabban, Serventi – Die Kochkunst des Mittelalters, Frankfurt am Main, 1993
2. Peter Lutz – Herrenspeis und Bauernspeis, Nidderau, 2003
3. Peter Lutz – Mein new Kochbuch, Nidderau, 2005
4. Peter Lutz – Orientalisch-mittelalterliche Küche, Hanau, 2009
5. Robert Maier (Hrsg.): Liber de Coquina, Frankfurt, 2005
6. Rudolf Grewe (Hrsg.), Constance B. Hieatt (Hrsg.): Libellus De Arte Coquinaria, Tempe, 2001
7. Tupperware (Hrsg.): Daz buoch von guoter spîse, Donauwörth 1994
8. Tupperware (Hrsg.): Münchner Kochbuchhandschriften, Frankfurt am Main, 1999
9. Charles Perry (Hrsg.): A Baghdad Cookery Book, Totnes, 2005
10. Robert Maier (Hrsg.): Apicius – De re coquinaria, Ditzingen(?), 1991
11. Tupperware (Hrsg.): Rheinfränkisches Kochbuch, Frankfuhrt am Main, 1998
12. Constance B. Hieatt (Hrsg.), Sharon Butler (Hrsg.): Curye on inglish, London, 1985
13. Luigi Ballerini (Hrsg.), Jeremy Pazen (Hrsg.): The art of Cooking (Libro de Arte Coquinaria), 2005

Ausrüstung:
Ich koche fast ausschließlich in Tongeschirr. Das meiste Kochgeschirrs stammt in der Zwischenzeit von Anna Axtmann(2), meinem Vater und dem Mittelalterladen des Töpfereimuseum Langerwehe.
Rezepte:
Mein Lieblingsrezept ist das Limonia aus dem “Liber de Coquina”. Es verbindet das typische Mittelalter-Kochen mit Mandelmilch mit einer sehr modernen zitronigen Note. Wenn man beim Würzen die MA-Klassiker (Zimt, Ingwer, Nelken) weglässt und sich auf Pfeffer und Salz beschränkt, hat man ein Essen, das auch den MA-Rezept-Skeptikern schmeckt.

 

(1) Das bezieht sich natürlich nur darauf wenn man Living History im museumspädagogischen Rahmen macht. Wer für sich alleine im stillen Kämmerlein dem Hobby frönt, kann auf die Pädagogik verzichten.
(2) http://www.die-hafnerin.de/

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