Und es sind keine Protestwähler!

Ich hab ja schon öfter auf Nostalgiepostings wie “Wenn Du über 30 bist, kennst Du noch…” reagiert. Dabei wird ja immer dargelegt wie toll alles früher war und wie schlecht es uns heute geht. Das ich das schon immer für absoluten Hirnfrass gehalten habe, kann man zum Beispiel hier nachlesen https://www.ewige-blumenkraft.de/archive/328

Aber das ganze hat ja nicht nur eine persönliche emotionale Dimension, sonder auch eine Politische. Der Wandel in unserer Gesellschaft und Umwelt betrifft ja nicht nur, was es früher für tolles Spielzeug für die Kinder von damals gegeben hat, sondern auch gesellschaftliche Vereinbarungen. Vieles was sich zum Guten gewandelt hat, könnte man unter dem Schlagwort “Politische Korrektheit” zusammenfassen. Mit den zunehmenden gleichen Rechten für bisher marginalisirten Bevölkerungsgruppen, schwinden dabei auch die Privilegien derer, die von der Ungleichheit in der Gesellschaft profitiert haben.

Das Problem ist, das diejenigen die bisher von den Privilegien profitiert haben, diese nicht aufgeben wollen. Alles was das befördert wird daher angegriffen, jede*r die sich für eine Auflösung der Privelegien einsetzt beschimpft, “Frauenversteher”, “Bahnhofsklatscher”, “Gutmenschen” Oder “linksgrünversifft” sind in der zwischenzeit in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen.

Wer also glaubt das es sich bei den Wählern der AfD um Protestwähler handelt unterliegt einem Irrtum. Es geht diesen Menschen nicht nur darum den etablierten Volksparteien ein´s auszuwischen, sondern darum Ihr reaktionäres Weltbild zu verteidigen. Sie wollen weiter eine rassistische Sprache verwenden dürfen, wenn sie einen Negerkuss bestellen, sie wollen weiter ihr Kinder schlagen dürfen, denn das hat ja schliesslich ihnen auch nicht geschadet und wenn die Ehefrau nicht spurt im Bett, dann ist es nur rechtens Ihr mit Gewalt zu zeigen, wer der Mann im Haus/Bett ist.

Bei der anstehenden Landtagswahl geht es also nicht nur darum zu verhindern, das ein paar Neo-Nazis mit der AfD in den Landtag einziehen, sondern darum, den Wandel, der unter demokratischen Prinzipien zu Stande gekommen ist zu verteidigen!

Eine Erinnerung

Eine Erinnerung: Es war wohl 1997 oder 1998 als wir nach einer Veranstaltung des Interaktiv Herbst-Event noch was Essen gegangen sind. Wolfgang saß mir schräg gegenüber (glaub ich) und irgendwann platze es aus mir raus. Ich musste ihm einfach erzählen das er und die PA mit einer der Gründe war, warum ich am Ende in die Jugendarbeit gegangen bin. Anschließend haben wir aus verschiedenen Perspektiven unsere Erinnerungen zu Schnippelbuch, Sammelbildchenheft zur Stadtgeschichte Münchens und dem Kinderkino in der Schellingstrasse erzählt. Was für ein schöner Abend!

Die PA und Wolfgang Zacharias haben in meiner Kindheit Spuren hinterlassen, die bis heute nachwirken. Dafür Dankeschön!